Condi Rice geht zu Dropbox und ich zu Wuala

Kriegsverbrecher im Dropbox-Vorstand

Nachdem die Firma Dropbox sich laut eigener Pressemitteilung geehrt fühlt, eine so „illustre“ und „verdiente“ Person wie Condoleeza Rice in deren Vorstand begrüßen zu dürfen, ist die Empörung unter deren Nutzern groß. Die „Verdienste“ von Frau Rice, von denen Dropbox spricht, sind unbestritten groß: sie war Sicherheitsberaterin und Ministerin im Kabinett George W. Bushs, hat den völkerrechtswidrigen Krieg im Irak mit über einer Million Todesopfern beschritten und war maßgeblich am Aufbau des Abhörapparats beteiligt, welcher uns bis heute mit beinahe täglichen Schlagzeilen zu NSA-Skandalen bei Laune hält. Diese Frau ist, kurz gesagt, mit verantwortlich für den Abbau von Bürgerrechten auf der ganzen Welt, für die Bespitzelung und Verfolgung Unschuldiger sowie über eine Million Tote in Irak! Noch nie war der Anreiz größer, diesem schamlosen Unternehmen den Rücken zu kehren, um es milde auszudrücken.
Selbst wenn ihr nur die kostenlosen Angebote der Anbieter nutzt denkt bitte daran, mit Konsumenstscheidungen und eurem Vertrauen gebt ihr auch ein politisches Statement ab, liebe Leser!

Vergleich Dropbox vs. Wuala

Ist es nach derart gewichtigen Gründen eigentlich überhaupt noch nötig sich mit den technischen Spezifikationen auseinanderzusetzen? Versuchen wir mal das ganze rein praktisch zu betrachten:

Speicherplatz:

Mit heutigem Stand erhalten im kostenlosen Angebot Dropbox-Nutzer 2GB Speicherplatz, Wuala bietet 5GB.

Datenschutz & Verschlüsselung

Dropbox verspricht heute sowohl bei der Übertragung als auch auf dem Server die Daten verschlüsselt zu speichern. Da das Unternehmen selbst alle Schlüssel in der Hand hält und nach US-Recht verpflichtet werden kann alle Daten offenzulegen, ist dieses Versprechen wertlos. Bei Wuala werden die Daten auf eurem eigenen Rechner verschlüsselt und ab da sind diese für niemanden einsehbar, außer für den Inhaber der richtigen Passphrase. Das Verschlüsselungsverfahren für Wuala wurde an der Eidgenössisch technischen Hochschule Zürich entwickelt. Es gibt ein wissenschaftliches Paper und einen gewissen Peer-Review dazu, ganz im Gegensatz zu Dropbox.
Lasst euch bitte nicht täuschen von Angeboten mit „encrypted Storage“. Das einzige was zählt ist, wird die Datei bereits auf dem Client verschlüsselt oder nicht?

Anwenderfreundlichkeit

 Hier liegt der vermeintlich größte Vorteil von Dropbox. Das Konzept bedarf keiner großen Erklärung. Die Eingangsseite der Hersteller enthält kaum mehr als 50 Worte (echt wahr). Es wird ein Ordner angelegt, dessen Inhalt auf jedes verbundene Gerät übertragen und synchronisiert wird. Weitere Einstellungen sind nicht möglich, aber auch nicht notwendig. Anscheinend ist dies die Funktionsweise, die man mittlerweile von jedem anderen Onlinespeicher erwarten würde.
Mit Wuala ist dies etwas anders. Es lässt sich als herkömmlicher Speicher, ins Dateisystem eingebunden, verwenden. Für meine Zwecke ist dies vorteilhaft, möchte ich doch gerade nicht unbedingt ein umfangreiches Archiv an Fotos oder Musikdateien im zweistelligen Gigabytebereich unbedingt auf alle Geräte verteilen (Smartphones & Tablet bei Bedarf eingeschlossen). Daneben gibt es allerdings die Möglichkeit für jedes beliebige Verzeichnis ein Backup oder Sync-Ordner zu erstellen. Ich denke hier liegt der Knackpunkt zwischen den beiden Programmen. Habe ich mich bereits einmal darauf eingelassen Wuala zu nutzen, möchte ich die Möglichkeiten nicht mehr missen und würde nicht mehr gegen ein Pendant tauschen wollen. Für viele Nutzer ist selbst dieses Maß an Entscheidungsfreiheit einfach zuviel.

Unterstützte Geräte und Plattforrmen

Dies war einmal ein gutes Argument für Dropbox gewesen. Mittlerweile hat die Konkurrenz in allen Bereichen nachgezogen. Wuala-Clients gibt es für alle Geräte und Plattformen außer Blackberry, also Windows, Linux, Iphone, IOS, Android, was auch immer. Dropbox unterstützt dies alles, einschließlich Blackberry.

Fazit

Ältere Vergleiche, die ich bisher im Netz gesehen habe, sind mittlerweile in vielen Punkten veraltet. Es stellt sich heraus, daß konkurrierende Dienste in jeder Hinsicht am Platzhirsch Dropbox vorbeigezogen sind. Das müssen sie auch, denn der Name steht für viele Anwender geradezu sinnbildlich für Synchronisation durch die Cloud. Wer das Problem mit der Verschlüsselung ausmerzen möchte, der kann gleich zu Wuala gehen oder selbst ein Verschlüsselungslösung wie EncryptFS, zuzüglich zum Dienst der Wahl, einsetzen. Unter dieser Voraussetzung ließe sich Dropbox weiterhin nutzen aber wieso sollte man sich das antun? Mehr Speicherplatz bei gleicher Verfügbarkeit gibt es beispielsweise auch bei Yandex.drive (10GB) oder Bittorrent Sync (unbegrenzt) bei gleicher Funktionalität. Im Zusammenhang mit EncryptFS (darauf werde ich einem späteren Beitrag eingehen) völlig in Ordnung und ethisch vertretbar. Verschlüsselung ohne eigenes Zutun, das gibt es in dieser Form bisher nur bei Wuala.

Quellen:

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